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Turniere Turnier in Schichenau 2010 Turnier in Schichenau 2010
10.07.2010 von himmelstĂĽrmer


Als ich letztes Jahr nach Ende des Turniers nach Schichenau kam, war der erste rote Stern den ich zu Gesicht bekam unser Legionär Bernhard. Ein breiter Grinser schmückte sein Gesicht, wobei man ihn nach dem Konsum von einigen Hopfenkaltschalen öfters mit der Grinsekatze aus Alice im Wunderland verwechseln kann. Trotzdem versuchte er mich zu überzeugen, dass sein Wohlbefinden nicht (nur) dem Bier, sondern auch dem Turniersieg geschuldet sei. Etwas ungläubig befragte ich die anderen Sterne und war überrascht, begeistert und stolz. Wow!

Dieser Absatz war dazu gedacht, die Stimmung beim diesjährigen Turnier bereits vorab zu erklären. Das Projekt hieß nämlich logischerweise Titelverteidigung und wir waren nicht die Jäger, sondern wurden mit der Rolle des Gejagten „belohnt“. Die Erwartungshaltung war nämlich dementsprechend hoch und das Ziel somit klar anvisiert. Hopp auf!


Das erste Spiel gegen den FC Kölli war in der ersten Hälfte der ersten Halbzeit (also einem Viertel der Gesamtspielzeit) überragend von uns gespielt: jeder Abstoß und jeder hohe Ball der im Mittelfeld landete, wurde von uns aufgesogen und direkt in unsere Offensive weitergeleitet. Es war eine Freude zuzusehen und den gegnerischen Stürmern blieb nur Taschenbillard statt Toreschießen. Wie so oft haperte es aber bei uns an der Chancenauswertung. Auch gab es in dieser Phase für uns eine kleine Regelkunde: nach einem Torschuss von Roman können weder der Tormann noch der Verteidiger den Ball wegbringen und Roman kommt wieder an den Ball -> Abseits. Roman hat somit laut Schiri sich selbst ins Abseits geschossen. Ob es an seiner Schnelligkeit oder einer gespaltenen Persönlichkeit liegt, konnte uns aber nicht beantwortet werden. Den Führungstreffer konnten wir dennoch erzielen, da nach einem Foul an Hubi Elfmeter gepfiffen wurde. Trotz der hochsommerlichen (Wüsten-)Temperatur verwertete Fuzi mit zwei Schritten halbhoch eiskalt und sorgte für Abkühlung. Dies betraf aber leider auch unser Spiel, denn die Führung brachte uns aus dem Konzept und Kölli kam mehr ins Spiel und auch die Mittelfeldüberlegenheit war Geschichte. Innerhalb kurzer Zeit war auf einmal der Ausgleich da und dann in der zweiten Hälfte auch noch der Führungstreffer. Hätten wir dieses Spiel verloren, wäre das Projekt Titelverteidigung schon im Anlauf nach klarer Anfangsdominanz gescheitert. Auch forderte Kölli ganz vehement den Abpfiff, doch der Schiri meinte nach Rücksprache mit seiner Uhr: „noch 3 Minuten“. Und jetzt kam wieder Schwung ins Spiel: Fredi hatte einen sehr guten Tag (auch wenn er in einer späteren Begegnung unsanft aus dem Spiel gerissen werden sollte) und wagte einen schönen Lochpass auf Roman, der sodann auf 2:2 stellte (Stimmen, die an dieser Stelle ein Abseits gesehen haben wollen, werden nicht berücksichtigt). Dann kam die letzte Aktion des Spiels und Peter beförderte bei einem Freistoß den Ball in den Torraum, wo Hubi goldrichtig stand und abstauben konnte: 3:2. Abpfiff. Wir hatten unseren Sieg und Kölli den gewünschten Abpfiff, trotzdem kam auf der anderen Seite nicht die große Freude auf. Komisch…

Vor dem zweiten Spiel begannen nun die lustigen Rechenspiele: da Trössengraben gegen Kölli weniger Tore geschossen hatte, wäre für uns auch ein Remis ausreichend gewesen um den ersten Platz in unserer (Dreier-)Gruppe zu holen und damit ins Finale einzuziehen. Wie es nun aber oft mit solchen gehirnakrobatischen Einlagen ist, konnte uns dies im Spiel selbst wenig helfen. Der Anfang verlief aber nach Plan, es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, wobei Trössengraben wusste, dass für sie nur ein Sieg zählte und wir dadurch etwas entspannter agieren konnten. Beinahe hätte uns auch Hubi auch in Führung gebracht, nachdem er allein auf den Tormann zulief, aber die Situation wollte nicht mit einem Tor belohnt werden, deshalb blieb es beim 0:0. Kurz vor dem Halbzeitpfiff hatte Trössengraben einen Eckball und dieser wurde auf das lange Eck gezirkelt, wo zum Entsetzen der Außenstehenden(-sitzenden) Robert Amtmann ungedeckt zum Kopfball kam und auf 1:0 stellen konnte. Dominik ist in dieser Situation daher kein Vorwurf zu machen, insgesamt lieferte er eine sehr gute Leistung ab und war hinten ein sicherer Rückhalt. Die zweite Hälfte war sicher keine Glanzleistung von uns (auch wenn wir zu der einen oder anderen Torchance kamen), denn Trössengraben machte das Spiel, kam aber interessanterweise zu keinen zwingenden Torchancen, sondern bewegte sich meist kurz vor unserem 16er. Dennoch war dies eine sehr unangenehme Lage, denn es gelang uns auch nicht den Ball wegzubringen und jeder verzweifelte Versuch den Ball zumindest wegzuschießen scheiterte, da kurz darauf wieder Trössengraben in Ballbesitz war. Am Spielstand änderte sich nichts mehr und diese Niederlage beendete auch unser Projekt, da wir als Gruppenzweiter nur ins Spiel um die goldene Ananas einziehen konnten. Heul.


Das kleine Finale hatten wir gegen die Teichpiraten und diese Freibeuter schienen als Lokalmatadore motivierter zu sein als wir, zumindest hatten sie aber mehr Kraftreserven und dementsprechend im dritten Spiel an diesem Tag konditionelle Vorteile bei der Sauhitze. Das erste Gegentor war für uns zwar nicht schön, aber jeder Eisenbahnfreund konnte einen schönen Anblick bewundern. Sato agierte als grazile Dampflok, die durch die Ebene von Schichenau fuhr, während aus seinen Ohren Dampfwolken kamen. Leider war auf der Parallelstrecke ein gegnerischer ICE unterwegs, der noch dazu im Ballbesitz war und durch den unfairen Geschwindigkeitsvorteil früher die Eisenbahnstation Dominik erreichte, wo er seine Ballladung auch noch im Tor ablieferte. Das zweite Gegentor war auch für die Korsaren kein Glanzakt, denn nach einem Eckball konnten sie nach einem Gestochere im Fünfer den Ball irgendwie mit Müh und Not hinter die Torlinie bringen. Schön war’s nicht, aber effektiv: 0:2. Nun waren wir leider gebrochen, doch die Piraten wollten mehr und schalteten nicht einen Gang zurück, sondern wurden sogar ruppiger (in diesem Spiel musste wie bereits kurz erwähnt Fredi vom Platz getragen werden) und kombinierten nach Herzenslust. So fiel das dritte Tor auch nach einem Pass im Strafraum, wobei der finale Stoß mit der Ferse erfolgte. Das vierte (und letzte) Tor der Seeräuber fiel nach einem Missverständnis in unserem Mittelfeld, wo bei einem Pass der Ball durch einen gegnerischen Spieler abgefangen und mit einem Kraftschuss ins lange Eck befördert wurde. Zumindest konnten wir noch unseren Ehrentreffer erzielen, und was für einen: Kopfballtor durch Fuzi nach einem Eckball! Damit Endstand 1:4 und der vierte Platz. Fuck.

Immerhin gab es am Schluss einen seeehr großen Pokal für uns und auch die Schnitzelsemmeln waren hervorragend. Das war’s dann aber auch schon mit den positiven Meldungen und statt erfolgreichem Projekt gab’s das olympische Motto. C’est la vie.

Ergebnisse

RSW - FC Kölli 3:2 (Tore: Neubauer, Leber R., Pucher Ch.)
RSW - FFC Trössengraben 0:1

Spiel um Platz 3

RSW - Teichpiraten 1:4 (Tor: Neubauer)






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