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Turniere Turnier in Trössengraben 2010 Tag 2 Turnier in Trössengraben 2010 Tag 2
25.07.2010 von BChrom + michi


Wir hatten es also am Samstag knapp aber doch geschafft und standen in der zweiten Runde der besten 8 Mannschaften. Hatten wir am Freitag noch Probleme ĂŒberhaupt eine Mannschaft fĂŒr Samstag auf die Beine zu stellen so hatten wir Sonntag sogar ein Luxusproblem: nur Peter und Karl-Heinz mussten absagen, die Spieler hinter deren Namen noch ein Fragezeichen stand (Dominik wegen Verletzung, Martin wegen Urlaub) konnten doch, Hackl Franzi, Markus Höcher und Michi Suppan stießen zur Mannschaft und auch ein Pichler Robert, der am Vortag mit seiner titelverteidigenden EVG wenig erfolgreich war reiste nach Absprache mit der Turnierleitung an um uns zu UnterstĂŒtzen. So waren alle Dressen gefĂŒllt (Markus musste gar in ein „Zusatzdress“).

Wie sich herausstellte waren alle Gegner in der Gruppe alte Bekannte. Als Gruppenerster waren Schichenau und Dörfla uns zugelost worden, gegen beide konnten wir erst eine Woche zuvor beim Heimturnier Siege verbuchen. Der letzte Aufsteiger war der FC Kölli, dem wir 2 Wochen zuvor gegenĂŒberstanden. Es war sicher nicht einfach doch wir wussten auch, dass an einem guten Tag keines dieser Teams außer Reichweite ist.


1. Spiel: RSW - FC Dörfla 2:0

Waren wir sogar zu viele so schienen die Spieler von Dörfla die frĂŒhen sonntĂ€glichen Stunden lieber im Bett zu verbringen. So stellten sie sich mit nur 10 Mann gegen die motivierten Jungs vom Roten Stern. AnfĂ€nglich konnten wir die numerische Überlegenheit ausnutzen, eine der grĂ¶ĂŸten Chancen hatte Dominik am Kopf als er eine scharfe Flanke von rechts mittels Flugkopfball nur knapp neben die Stange setzte. Dominik war es dann auch, der uns in FĂŒhrung brachte. Daniel erwischt einen Ball knapp vor dem bei dieser Aktion etwas trĂ€ge wirkenden Goalie und spitzelt ihn in Richtung FĂŒhrung. Dominik geht dann noch auf Nummer sicher und nimmt sich dieses Tor. Aber in dem Augenblick war es allen, wahrscheinlich auch Daniel, egal wer den nun diesen ZĂ€hler fĂŒr sich verbucht solange es nur einer von uns war. Nach dem Tor gaben wir das Spiel trotz Überzahl etwas aus der Hand. Anscheinend wollten auch die erschienen Kicker von Dörfla auf keinen Fall mit einer Niederlage starten. Ihre Beste Chance hatten sie wohl nach einer Hereingabe in den 5er bei dem sich Stefan im Tor gleich 2 mal auszeichnen konnte. Den ersten Schuss blockte und den Nachschuss mit Hilfe der Außenstange ins Torout wehren konnte. Es dauerte bis lange in die zweite Halbzeit hinein, bis uns Christoph dann endlich mit einem schönen Schuss ins lange Kreuzeck erlöste. 2 Tore Vorsprung sollten reichen und taten es dann auch.


2. Spiel: RSW - FC Kölli 0:0

FC Kölli durchlĂ€uft zur Zeit gerade eine extreme VerjĂŒngungskur und man merkt schon jetzt das viel Potential in der noch jungen Mannschaft steckt, vielleicht fehlt allerdings noch ein wenig die Routine und das Zusammenspiel als Mannschaft. GrundsĂ€tzlich war es zwar ein recht ausgeglichenes Spiel eine gewisse Überlegenheit kann man uns aber wahrscheinlich nicht abstreiten. So vergibt der rote Stern gleich einige Topchancen: Fuzi hat nicht nur eine gute Kopfballchance sondern auch etwas Pech als er mit dem Spitz aus 20 nur knapp am Kreuzeck vorbeizieht. Auch Chris erarbeitete sich eine Chance die er aber ins Außennetz setzt, Roman hat seinen Matchball am Fuß als er alleine auf das Tor zu rennt und als der Ball nach einem Corner irgendwie an der Torlinie entlang rollte war man schon der Verzweiflung nahe. Es tut mir leid - den in einem 20 Minuten Spiel gab es sie sicher - aber ich kann mich selbst an keine einzige gute Möglichkeit von Kölli erinnern.
Wie Christoph danach richtig analysierte mĂŒssen wir einfach Anfangen solche Spiele in denen wir ĂŒberlegen sind auch zu gewinnen. Wenigstens sind wir in keinen Konter gelaufen, wie es schon des Öfteren passiert ist und haben wenigstens einen Punkt geholt. Eine kleine Rechnung lies uns dann zum Schluss kommen, das auch ein Sieg mit nur einem Tor unsere Ausgangslage Richtung Finale nicht geĂ€ndert hĂ€tte da SV Schichenau seine beiden Spiele gewinnen konnte und zwar in Summe mit 4 Toren plus. Es musste also ein Sieg im letzten Spiel her und jeder wollte ihn. Selten war die Zielsetzung so klar.

3. Spiel: RSW - SV Schichenau 1:0

Es ging also um den Finaleinzug. "Wichtigstes Spiel der Saison - bis jetzt." hörte man von einigen Spielern, immerhin hatten wir uns ein Ziel gesetzt. Schichenau wusste darum, dass ein Unentschieden reichte, spielte sicher und kam auch zu Chancen. So verzog der spĂ€tere TorschĂŒtzenkönig einmal nur sehr knapp. Wir mussten mehr machen, taten es auch und kamen zu etwas mehr Spielanteilen. Schließlich ĂŒberraschte Dominik mit einem unglaublich weiten Einwurf direkt vor das Tor die Schichenauer. Chris war dort strĂ€flich alleine gelassen, anscheinend rechnete keiner mit einem solchen Einwurf, und lenkte den Ball mit der Schulter ins Tor (oder köpfte sicher ein - je nach Blickwinkel). Danach zogen wir uns gegen die jetzt groß aufspielenden Schichenauer zurĂŒck, hielten mit viel Kampf dagegen konnten aber einige Topchancen nicht verhindern, sie diese allerdings auch nicht verwerten. Als ihnen die Zeit davonzulaufen drohte und wir - wie man es nicht anders erwarten kann und auch zu Beginn (z.B. in der ersten Aktion im Spiel) nicht anders von Schichenau gesehen haben - nicht unbedingt extrem hektisch wurden wenn es darum ging FreistĂ¶ĂŸe auszufĂŒhren oder Einzuwerfen, wurde auch viel kritisiert und diskutiert. Dass der Schiedsrichter uns bevorzugt hĂ€tte können wir aber aus eigenem GefĂŒhl heraus nicht bestĂ€tigen. Ihrer Kritik zum Trotz muss man auch sagen, dass auch wir die vielleicht sogar besseren Chancen hatten alles klar zu machen. Chris hatte bei einem Lupfer Pech der von der Stange zurĂŒckprallte und Ewald schoß einen Freistoß nur Zentimeter am Kreuzeck vorbei. In der letzten Sekunde noch eine Chance von Schichenau die Thomas aber mit letztem Einsatz zur Ecke klĂ€ren kann. Diese wurde gar nicht mehr ausgefĂŒhrt, Abpfiff, Sieg, Finale!!!

Es war ein hartes StĂŒck Arbeit, Schichenau hatte spielerisch ĂŒber weite Strecken das Kommando und nur unser Einsatz brachte uns schließlich ins Finale. Jetzt hieß es allerdings warten. Die 2te Gruppe musste komplett gespielt, alle anderen Platzierungsspiele ausgetragen werden. Martin musste uns leider vor dem Finale Richtung Kroatien in den Urlaub verlassen, einige fuhren kurz nach Hause um sich entweder auszuruhen oder noch irgendetwas zu erledigen, die meisten allerdings blieben beim Turnier. Die Zeit wurde aber nicht mit Feiern ĂŒber den Finaleinzug verbracht, höchstens ein- zwei Bier oder Mischungen getrunken um nicht das Finale wegen Alkoholeinflusses zu versauen. Allen, eventuell mit Ausnahme von Hackl Franzi, war das einfach zu wichtig. Nun gleich nach dem wichtigsten Spiel der Saison, das nĂ€chste wichtigste Spiel der Saison. Das tatsĂ€chlich Wichtigste.


F I N A L E: RSW - USV Perlsdorf

Vom USV wussten wir nicht viel. Nur Roman und Fuzi kannten sie, da sie ebenfalls wie Aug-Radisch, dessen Kader die beiden angehören, bei den Gnaser Dorfmeisterschaften aktiv sind. Im Gegensatz zu Aug-Radisch, die zur Zeit die rote Laterne inne haben, fĂŒhrt Perlsdorf die Tabelle mit 7 Punkte Vorsprung und noch ohne Niederlage an - sicher also ein schwerer Gegner. Daran dachten wir aber nicht als jeder Spieler extra beim Namen aufgerufen wurde und zu der Melodie der Champions-League-Hymne Aufstellung bezog. Eine gewisse NervositĂ€t war beim Anpfiff schon vorhanden, doch das lag nicht am Gegner sondern einfach am Spiel auf das man nicht nur die letzten 6 Stunden sondern schon viel, viel lĂ€nger hin fieberte.

Ganz spurlos ging die lange Spielpause am RSW aber nicht vorbei so kamen gleich nach Spielbeginn kaum PĂ€sse an, wir versuchten zwar ins Spiel zu kommen, ließen aber jede Sicherheit vermissen. Auch Perlsdorf musste die Platzierungsspiele pausieren, allerdings war ihre Pause um einiges kĂŒrzer und die Mannschaft an sich eine eingespielte Maschinerie, die das Spiel an sich riss und uns mĂ€chtig unter Druck setzte. Erst in der zweiten Halbzeit fingen wir uns etwas, ließen aber dennoch Top-Chancen zu. Ein Perlsdorfer setzte den Ball vom 5er im hineinrutschen nur Zentimeter neben die Stange und ein anderer vergab alleine vor Stefan nach schönem Lochpass einen weiteren Matchball. Danach der grĂ¶ĂŸte Schreckensmoment im Turnier als Fuzi mit dem Ball gehen will aber von einem Gegner geblockt wird und sich das Knie so verdreht, dass sogar manche Zuseher noch einen Schnalzer vernommen haben. Mit schmerzverzerrtem Gesicht bleibt er liegen, kann erst nach Minuten und mit Hilfe von Heimo sein Knie wieder durchstrecken. FĂŒr ihn war das Finale vorzeitig vorbei, doch er nahm an der Outlinie Platz um uns weiter anzufeuern (kleines Update: hat ihn schlimm erwischt unseren Sektionsleiter: vorderes Kreuzband, Seitenband und Innenminiskus - nichts mehr heil und wohl ein Jahr Pause ...)


Noch die HĂ€lfte einer Halbzeit zu spielen, dann noch 2 x 7 Minuten VerlĂ€ngerung und das bei einem, das kann man neidlos zugeben, hoffnungslos ĂŒberlegenen Gegner. Fuzi, der sonst hinten ein sicherer AbrĂ€umer ist nur mehr Zuseher und auch ein Pichler Robert von der Turnierleitung nach Protest von Schichenau auf die Bank verbannt zum DaumendrĂŒcken verdammt. Ein mulmiges GefĂŒhl fĂŒr einige der Spieler, aber aufgeben tut man bekanntlich ja nur einen Brief.

Das Finale wurde 2 x 15 Minuten gespielt, da wird das 0:0 halten konnten ging es in die VerlĂ€ngerung und ich denke wir hatten in dieser gesamten Zeit einen einzigen Torschuss der knapp am langen Eck vorbei ging. Doch keiner wollte verlieren, keiner gab auf und irgendwie schafften wir es tatsĂ€chlich die Zeit ohne Gegentreffer zu ĂŒberstehen. Wir waren im Elfmeterschießen - normalerweise eine StĂ€rke von Schwarzau die uns anscheinend vererbt wurde.

Wir schossen voraus, doch gleich der erste SchĂŒtze - Christoph - machte es richtig dramatisch. Nicht nur fĂŒr sich selbst sondern fĂŒr die ganze Mannschaft. Der halbhoch geschossene Elfer wurde gleich geblockt. Danach trafen 3 SchĂŒtzen von USV Perlsdorf sehr sicher doch auch Kermauz Ewald, Hackl Franzi (der nun auch zugab etwas nervös zu sein) und Schadlbauer Thomas bewiesen NervenstĂ€rke. Erst der 4te SchĂŒtze der Gegner erlöste uns fĂŒrs Erste als er seinen Ball drĂŒber schoss. Nun war es an Michi vorzulegen und auch dieser machte es souverĂ€n. WĂ€hrend der nĂ€chste USVler antrat wurde bereits diskutiert, wer als nĂ€chstes bei uns sein GlĂŒck versuchen konnte (Daniel und dann Roman wĂ€ren es wohl gewesen). Doch sie mussten gar nicht mehr ran. Der letzte SchĂŒtze der Gegner zeigte ebenfalls Nerven schoss zu zentral auf's Tor und der Ball wurde von Streit Stefan geblockt.


Was dann geschah ist unbeschreiblich. Ich weiß nicht wann ich mich das letzte Mal so ĂŒber etwas gefreut habe und ich habe den anderen angesehen, dass es ihnen nicht viel anders ging. Wir umarmten uns, wir drĂŒckten uns und wie echte MĂ€nner und machten Schweineberge.

Fazit

Nicht immer die stĂ€rkere Mannschaft aber mit viel Kampfgeist und dem nötigen GlĂŒck haben wir es tatsĂ€chlich geschafft: Sieg in Trössengraben!!! Perlsdorf erwies sich als sehr fairer Gegner der sich fĂŒr die von uns gesponserte Kiste Bier auch gleich mit einer bedankte. Schellauf, unsere einzigen Bezwinger erwĂ€hnten das noch einige Male und feierten mit uns und es war schon ein erhebendes GefĂŒhl als wir dann als letzter zur Siegerehrung gehen durften, Medaillen umgehĂ€ngt bekamen und schließlich den traditionell großen Pokal in die Höhe stemmen durften. An diesem Abend wurde noch viel getrunken, einige Autos blieben stehen und sogar das gemeinsame "eiskalt duschen" mit Polonaise in die Kabine machte kaum einem etwas aus. Da kann ein Grasmugg Thomas noch so oft erwĂ€hnen, das er TorschĂŒtzenkönig bei uns war und wir diesen in Trössengraben nicht stellten - alles egal. Ich glaub' die Kommentare die es zum jetzigen Zeitpunkt schon gibt sagen mehr als alles was ich noch schreiben könnte. Danke Jungs, es war fantastisch!

Weil der Erfolg gar so schön war, und man ĂŒber schöne Erlebnisse nie genug lesen kann, gibts hier:

Blood Sweat and Tears. Ob es fĂŒr diese 68er Band auch ein so langer und harter Weg bis ganz nach oben war? Vermutlich nicht ganz einfach, weil irgendwie muss man auf einen solchen Namen kommen ... Blut gibt es erfreulicher Weise bei uns eher selten zu beklagen aber an Verletzungen in den letzten Jahren viele zu viele (leider auch in unserer Sternstunde) - die wörtliche NĂ€he von sweat und sweet erscheint mir vielleicht heute sogar... weiter lesen




Alle Ergebnisse

RSW - FC Dörfla 2:0 (Tore: Platzer D., Pucher Ch.)
RSW - FC Kölli 0:0
RSW - SV Schichenau 1:0 (Tor: Pucher Ch.)

Finale

RSW - USV Perlsdorf 0:0 - 4:3 n.E.







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