Blood Sweat and Tears. Ob es für diese 68er Band auch ein so langer und harter Weg bis ganz nach oben war? Vermutlich nicht ganz einfach, weil irgendwie muss man auf einen solchen Namen kommen ... Blut gibt es erfreulicher Weise bei uns eher selten zu beklagen aber an Verletzungen in den letzten Jahren viele zu viele (leider auch in unserer Sternstunde) - die wörtliche Nähe von sweat und sweet erscheint mir vielleicht heute sogar gewollt und nicht nur Zufall. Schweiß - hart verdient, kann sehr süß sein. Und Schweiß war in unserer bisherigen Geschichte sicher nicht zu knapp - und Tränen, ja, die behält man sich für spezielle Momente. Momente wie wir sie gestern durchleben durften. Ich bekenne mich auch dazu, da wird man schon mal übermannt ...
Ja, ein „Projekt“ das 2005 mit unserem ersten Turnierantritt in Schwarzau begonnen hat und seitdem auf den mittlerweile bekannten, gefürchteten, geschätzten, respektierten und vor allem geliebten Namen „Roter Stern“ hört, hat gestern einen neuen Höhepunkt erreicht. Ein weiteres Sternchen (das 5te!) über unserem Logo würde unseren gestrigen Turniersieg beim größten Hobbyturnier in unserer näheren Umgebung, dem Turnier des FFC Trössengraben (heuer zum 20. Mal veranstaltet), aber bei weitem nicht den Stellenwert geben, den dieser Sieg für uns hat.

Ich kann jetzt schreiben, was ich will. Es ist einfach nicht in Worte fassbar, was da gestern nach dem Abpfiff passiert ist. Wir haben ein Turnier gewonnen, ein weiteres, das größte, das für uns definitiv wichtigste, unser Saisonziel damit erreicht. Alles das mag stimmen, beschreibt aber nicht, was gestern „wirklich“ gewonnen wurde.
Das waren wir, WIR, die wir vor einigen Jahren auf einem kleinen „Kunststoffplatz“ Sonntag Nachmittags hinter der Hauptschule in Wolfsberg „begonnen“ haben, a weng zu kicken. Alles Menschen, die sich auf ihre fußballerischen Fähigkeiten sicher nix einbilden, die, wenn überhaupt, dann in der Jugend ein wenig in Vereinen gespielt haben. Wo der Zufall (wies im Leben meist so ist) sehr viel mitgespielt hat, dass daraus eine „richtige“ Fußballmannschaft wurde, die sich langsam auf nem „Großfeld“ zurechtfinden musste. Die langsam Positionen verteilte und sich eine „Stammbelegschaft“ herausbildete, immer wieder verändert und erweitert. Bis, ja bis diese Buam dann gestern in Trössengraben sich ein weiteres Sternchen fürs Trikot erarbeiteten.
WAHNSINN! Absolut. Eigentlich unbegreiflich. Ich hab bisher nicht verstanden, wie man ein Turnier gewinnen kann. Ea muss soviel passen und richtig laufen, in unserem ersten Jahr hat Schwarzau das Turnier in Trössengraben gewonnen. Damals hatte ich extremen Respekt vor deren Leistung (da waren wir noch nicht mit dabei bei den Schwarzauern). Vor zwei Jahren hab ich den Sieg des frisch gegründeten FC Zerlach erlebt und mich einfach nur gewundert wie so was gehen kann. Ein solches Turnier zu gewinnen, bei dem 18 Mannschaften um den Sieg kämpfen, über drei Tage verteilt, mit Vorrunde, Zwischenrunde und Platzierungsspiel am Ende. Vor ein paar Jahren dann unser erster Turniersieg beim Kleinfeldturnier des SV Wolfsberg. Da hat man dann das erste Mal gemerkt, dass wir so schlecht nicht sind und dass es einfach passieren kann. Es sind so Tage, da läufts einfach. Irgendwer ist einfach gut drauf und macht die wichtigen Tore (ganz kurz vor Schluss oder ein weiter Einwurf wird per Schulter ins Tor befördert oder solche Sachen halt, die an anderen Tagen einfach nicht passen), alle anderen laufen wie verrückt und sind bissig und machen hinten dicht, die Auslosung lost „angenehmere“ Mannschaften in die Gruppe, der Schiri ist ein alter Bekannter - alles Dinge, die einfach passieren, an Tagen, an denen es einfach passt und an denen dann vieles möglich ist.

Dem ersten folgten drei weitere Turniersiege: Der erste Großfeldturniersieg beim FC Kölli und dann im letzten Jahr die Siege wieder bei Kölli und in Schichenau. Damit trat ein weiterer „Prozess“ deutlich hervor: der RSW ist in den letzten Jahren mit dem SV Schwarzau zusammengewachsen bzw. mittlerweile kann (bzw. darf) man vielleicht auch sagen übergegangen. Zu Anfang gab‘s immer mehr personelle Überschneidungen beim Kader bis die Älteren dann den „Turnierbetrieb“ eingestellt haben und nun das spielerische (und auch das Ruder) den Jungen (immer mehr) überlassen. Dies hat in Schwarzau sehr gut funktioniert (siehe gestern), man kann diese Jahre aber auch als eine Zeit des „erwachsen werdens“ des Roten Stern sehen. Wir sind eine Mannschaft geworden, auch mit viel Unterstützung anderer. Der Turniersieg gestern ist Resultat eines langes Weges, des kontinuierlichen Arbeitens und einer unveränderten Liebe zu diesem Sport - nicht nur bei uns Jungen sondern auch bei den vielen Förderern und Unterstützern. Wenn man sich unsere Saisonziele in den letzten Jahren ansieht, dann kann man dies alles auch dort erkennen. Unser erstes größeres Ziel war es, ein Jahr mit einer positiven Tordifferenz abzuschließen. Danach wollten wir gegen Schwarzau (Derby!) gewinnen, dann sollte ein Turniersieg am Großfeld her (der Kleinfeldturniersieg ist uns „passiert“, zu der Zeit hätten wir uns solche Ziele noch nicht laut formulieren getraut) ... Jo, und das Ziel für heuer haben wir hier schon angesprochen. Der Sieg gegen Schwarzau war wichtig für uns - Selbstfindung / Emanzipation - wir mussten es uns erarbeiten. Der erste Sieg bei Kölli - da spielten wir noch gemeinsam. Ohne die „Alten“ hätt ma des Turnier vielleicht auch wirklich nicht gewonnen - zu hören haben wir das oft genug bekommen. Gleiches beim zweiten Turniersieg bei Kölli. Dann Schichenau „alleine“ gewonnen - toll, ja sicher, absolut, aber halt „nur“ Schichenau. Nun is damit endgültig Schluss, jetzt wiss mas, jetzt wissen wir es, jeder von uns, und die Anerkennung, die wir gestern und heute bekommen haben und bekommen zeigt, wie „stolz“ man auf uns ist. Wir danken euch dafür, für eure Unterstützung in den letzten Jahren, für den Weg, den wir gemeinsam gegangen sind (und der noch weitergeht!). Ich möchte in diesem Bericht keine Name anführen - ihr alle wisst, wer alles gemeint ist. Der Sieg gestern war auch euer Sieg, gestern waren mehr „dabei“, als die 15, die in Trössengraben aufgelaufen sind. Dieser Sieg gehört uns allen. Jede(r) der/die mal dabei war, ob am Feld oder abseits davon ...

Auflaufen in Trössengraben ... Mann oh Mann. Jeder Spieler wurde mit dem Namen aufgerufen, fantastisches Publikum, unglaubliche Kulisse, super Gegner, der uns extrem gefordert hat und auch stärker war. Es ging für uns einfach um zuviel als dass wir mitspielen versucht hätten, auch wenn wir besser spielen hätten können oder müssen - hinten dicht machen ist einfacher. Das nötige Glück war auf unserer Seite. Tage, an denen es einfach passt, an denen auch ein verdammt sicherer Schütze den Elfer verschießen kann weil der Gegner dann seine beiden letzten nicht ins Netz bringt. Zwei mal 15 Minuten und als Draufgabe noch zwei Halbzeiten Verlängerung zu je 7 Minuten, und es bleibt beim 0:0 - Und man hat dann noch Luft genug, um von der Mittellinie zum Tor zu rennen und um den Tormann zu umarmen, der soeben den letzten Elfer gehalten hat und den Turniersieg damit fixiert und dann rennt man zurück zur Seitenlinie, wo es sich jemand „bequem“ gemacht hat, der nach dem Turnier noch ins Krankenhaus muss mit einer vielleicht sehr bösen Verletzung - und auch bei ihm kullern Tränen ...
Und wir haben den Pokal - und wir haben den Pokal - hallllllleluuuuuuja - unser Stadion - unser Stadion - he! - he! - we are the champions ...
„So müssen sich doch die Giganten fühlen“ (by Fotos)
Kann mir nicht vorstellen, dass schon mal so viel Bier „verschüttet“ worden ist (wenn grad kein Sekt vorhanden ist - auch Bier schäumt und spritz fantastisch). Kabinenparty bei kaltem Wasser, alles egal - Siegerparty mit tollen Jungs vom SV Schellauf, die uns als einzige Mannschaft (in der Vorrunde) besiegt haben und mit ihrem Unentschieden im letzten Vorrundenspiel wesentlich an unserem Aufstieg beteiligt waren. Aber an Tagen wie diesen passiert das halt genau so - und dann feiert man zusammen. Die Jungs haben uns mit Bier geduscht und wir sind ihnen nichts schuldig geblieben.
Es war schön zu sehen, wie man sich mit uns gefreut hat. Der USV Perlsdorf als Finalgegner bringt uns eine Kiste Bier vorbei auf deren Weg zur Siegerehrung, die Kicker des FFC Trössengraben gratulieren uns mit einer besonderen Herzlichkeit und freuen sich mit uns und viele andere Bekannte feiern mit uns. Das Turnier zu gewinnen ist schon ein Hammer und in einer solchen „Umgebung“ - dieser Tag bleibt unvergesslich auf immer - DANKE!!!
UND WIR HABEN DEN POKAL !!! ROTER STERN
Turniersieger 2010
20. Pokalturnier des FFC Trössengraben

Zurück zum Bericht